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Rottweiler1Von den sechs Diensthunden ist der Rottweiler der grösste und schwerste. Er gehört einer der ältesten reingezüchteten deutschen Rassen an und lässt sich bis ins Altertum zurückverfolgen. Die Hunde zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, beschützten die Menschen und trieben das Vieh. Im Raum um Rottweil trafen diese Hunde mit den einheimischen Hunden zusammen. Während seiner langen Geschichte war der Rottweiler nie arbeitslos, aber auch nie ein Mode- oder Luxushund. Von schwäbischen Rittern wurde er zur Jagd auf wilde Bären gehalten. Schwer und mächtig musste er dafür sein, so wie wir ihn auch heute zu sehen gewohnt sind; dabei wendig und ausdauernd. Als im Mittelalter die Bärenjagd beim süddeutschen Adel recht beliebt wurde, vergrösserte sich auch die Zahl der Rottweiler. Diesen Namen führten sie damals allerdings noch nicht.

Sie wurden nicht wie die "edlen Doggen" an den Fürstenhöfen gehalten und gezüchtet, sondern bei Bauern und Hirten einquartiert; übrigens nicht zur besonderen Freude dieser Pflegeherren. Es waren schwere Strafen ausgesetzt, wenn die Hunde nicht ständig in bester Verfassung bereitstanden. Die Bauern verwendeten nämlich die ihnen aufgezwungenen Pfleglinge neben ihren eigenen als Hüte- und Herdenhunde. Die Tiere müssen sich dabei gut bewährt haben; denn als es mit der Bärenjagd vorbei war, blieben die ursprünglichen “Bärenhunde” als Treiberhunde bei den Bauern.

Diese friedliche Arbeit war keineswegs besonders leicht. Es galt ja nicht Schafe zu hüten, sondern Herden von Rindern und von Schweinen zu dirigieren, die von einem Ort zum andern zu bringen waren. Die Viehtransporte gingen über die Landstrassen; oft über weite Entfernungen und Landesgrenzen hinweg. Der Rottweiler musste die Tiere ruhig und zügig voranbringen und mit den angriffslustigsten Bullen fertig werden. Schliesslich wurde ihm auch oft die Kasse anvertraut.

Die württembergische Stadt Rottweil war Sammelplatz und Markt für grosse Herden, die aus Ungarn, Frankreich, der Schweiz und anderen Ländern dort zusammentrafen. Aus der Schweiz kamen mit den Herden auch Sennenhunde, nahe Verwandte des Rottweilers, die auch gelegentlich zu seiner Zucht verwandt wurden. Durch diese Paarungen kam in die derbstockhaarigen Rottweilerzuchten Langhaarblut, das heute noch zum Vorschein kommt und als unerwünscht ausgemerzt wird.

Als die Viehtransporte Ende des vorigen Jahrhunderts auf die Eisenbahn übergingen, wurde der Rottweiler zum zweiten Male arbeitslos. Doch seine "alte Zunft" hielt weiterhin zu ihm und spannte ihn als Ziehhund vor den Schlächterkarren. So charakteristisch wurde er für diesen Beruf, dass er noch heute in Süddeutschland unter dem Namen "Metzgerhund" bekannt ist. Der Rottweiler eignet sich vorzüglich zum Ziehhund. Seine Kraft, verbunden mit ausgeglichenem Temperament, Arbeitsfreudigkeit und Ausdauer, lässt ihn freudig die bei geeignetem Zuggeschirr nicht zu anstrengende Arbeit tun. Dennoch sah es um die Jahrhundertwende so aus, als ob der Rottweiler bald aussterben wurde. In seiner Patenstadt war nur noch eine einzige Hündin zu finden, und diese sah nicht einmal typisch aus. Zu guter Letzt wurde der Rottweiler für seinen neuesten Beruf entdeckt. Hamburger Polizeibeamte erkannten seine Eignung zum Diensthund, und schon 1910 wurde der Rottweiler als vierte Polizeihundrasse anerkannt.

Bei aller Kompaktheit ist der Rottweiler temperamentvoll und schafft die zwei Meter hohe Kletterwand genauso wie die anderen Diensthundrassen. Im Haus ist er folgsam, ruhig und gutmütig gegen Kinder. Als Wachhund ist er auch überall dort am Platz, wo wenig Auslauf vorhanden ist, doch ein starker Wächter gewünscht wird. Eine unbestechlichere Rasse als seine gibt es nicht. Er setzt seine Schärfe, richtig dosiert, dort ein, wo sie notwendig ist. Ruhiges, gleichmässiges Laufen neben dem Fahrrad tut besonders dem im Haus gehaltenen Hund gut.

Das kurze, derbe, glänzende Haar ist sogenanntes Stockhaar; allerdings viel kürzer als das des Schäferhundes. Es macht den Rottweiler recht unempfindlich gegen Kälte. Farbe: Schwarz mit roten oder gelbenRottweiler2 Abzeichen.
Häufig angeborener Stummelschwanz (Mutzschwanz).
Nur ist die angeborene Stummelrute oft noch so lang gewesen, das sie nachkupiert werden musste.
Seit 1998 wird der Rottweiler mit langer Rute gezüchtet und seit 2000 wird er auch im Rassenstandard mit langer Rute beschrieben. Die Rute wird waagrecht in Verlängerung der Rückenlinie; im Ruhezustand auch hängend getragen.
Auch heute kommt es gelegentlich vor das Rottweiler mit sog. Mutzschwanz geboren werden. Diese werden allerdings nicht mehr zur Zucht zugelassen.

Neben dem Einsatz bei der Polizei, Bergrettung, Minensuche, Wasserrettung sind für den Rottweiler heute viele Tätigkeitsfelder eröffnet. So werden Rottweiler im Wachdienst, als Spür-, Sport-, Familien-, Rettungs- und auch als Militärhunde geführt. Gerade im Rettungshundewesen, welches oft als Domäne des Schäferhundes gilt, kann man sich von der Leistungs- und Gebrauchsfähigkeit des Rottweilers überzeugen.

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